Aufstallung neugeborener Kälber

Referent: Günter Rademacher, München

Die wichtigsten Kälberkrankheiten (Durchfall junger Kälber, Rindergrippe, Nabelentzündung) werden als Faktorenkrankheiten bezeichnet. Das bedeutet, dass Erreger wie Viren, Bakterien, Einzeller und Pilze (= infektiöse Faktoren), mit denen die Tiere unter günstigen Bedingungen problemlos fertig werden diese unter der Wirkung nichtinfektiöser Faktoren (welche die Kälber in unterschiedlicher Weise belasten und ihre Widerstandskraft schwächen) krank machen können.
Die Summe der nichtinfektiösen Faktoren erhöht entweder den Keimdruck auf die Kälber oder schwächt deren Abwehrkraft.
Im Hinblick auf die Verringerung des Keimdruckes kommt der Aufstallung der neugeborenen Kälber in den ersten Lebenswochen überragende Bedeutung zu. Das neugeborene Kalb sollte in dieser Zeit getrennt von älteren Rindern und auch ohne direkten Kontakt zu Gleichaltrigen in Einzelaufstallung gehalten werden.

Einzeliglus

Im Rahmen der Schulung werden einleitend die Vorgaben der Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung im Hinblick auf die Einzelhaltung von Kälbern aufgezeigt.
Anschließend wird die Einzelhaltung von jungen Kälbern im Stall abgehandelt. Die Vorteile flexibler (am besten fahrbarer) Einzelboxen mit hochgestellten perforierten Böden werden herausgestellt.
Großen Raum nimmt die Haltung junger Kälber in Einzeliglus ein. Gegenwärtig ist das einzeln belegte Einzeliglu unter mitteleuropäischen Witterungsverhältnissen die optimale Haltungsform für diese Altersgruppe. Es hat sich in der Vergangenheit aber gezeigt, dass diese Form der Außenhaltung junger Kälber nur dann zufrieden stellt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Diese werden im weiteren Verlauf der Schulung ausführlich beschrieben.
Das beginnt damit, dass (vor Anschaffung der Iglus) die Tierhalter verschiedene Vorüberlegungen anstellen sollten, ob die Iglu-Haltung für ihren Betrieb geeignet ist. Beispielsweise ist es wichtig zu klären, ob die Einzeligluhaltung zur vorhandenen oder geplanten Folgeaufstallung passt (kalte Schiene oder warme!).
Insgesamt werden 13 Grundsätze formuliert und jeweils ausführlich begründet, unter denen eine erfolgreiche Einzeligluhaltung gelingt. Dabei wird unter anderem eine „Formel“ vermittelt, wie betriebsspezifisch der Bedarf an Einzeliglus (alternativ Einzelboxen) ermittelt werden kann. In der Schulung und auf der Plattform ist dies auch als Rechner umgesetzt, der sowohl online als auch über eine App auf mobilen Endgeräten vor Ort genutzt werden kann. Weiterhin werden unter anderem die Ansprüche an den Standort der Iglus sowie die Bedeutung einer Überdachung herausgestellt. Es werden auch die Umstände erwähnt, unter denen es zu Problemen kommen kann (zum Beispiel zu spätes Verbringen der Neugeborenen in die Iglus, mehr als ein Kalb pro Iglu, gegenseitiges Belecken der Kälber von Auslauf zu Auslauf, ungenügende Tränkemenge bei kalter Witterung).
Zusammenhänge zwischen „Aufstallungsform und Durchfallhäufigkeit“ werden aufgezeigt sowie „Anmerkungen zum Berührungskontakt von Kälbern in Einzelhaltung“ dargelegt.

Es wird auch herausgestellt, dass für frühgeborene / lebensschwache sowie kranke Kälber eine vorübergehende Unterbringung in Einzelboxen im Stall möglich sein muss.

Einzelbox

Gegenwärtig besteht kein Zweifel daran, dass die Einzeligluhaltung bei gutem Management, die Aufstallungsform mit dem geringsten Infektionsrisiko darstellt. Wenn diese Haltungsform in einzelnen Betrieben nicht funktioniert, liegt dies an verschiedenen Fehlern, die in diesen Betrieben gemacht werden. Diese werden am Ende der Fortbildung aufgezeigt.

Handzettel zum Download:

  1. Grundsätze (Empfehlungen) zur Haltung von Kälbern in Einzeliglus
  2. Häufige Fehler bei der Igluhaltung - (Ergebnisse von Bestandsanalysen)
  3. Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene bei der Versorgung junger Kälber in Einzelhaltung
  4. Was muss bei der „Desinfektion“ beachtet werden?


Teilnahmegebühr:

  • 16 € (plus MWST)

Abonnement in dem alle Schulungen und sonstige kostenpflichtigen Inhalte enthalten sind:
  • 50 €/Jahr (plus MWST)

Systemvoraussetzungen: Rechner oder mobiles Endgerät mit Tonwiedergabe (Optimal. Manuelle Steuerung ist ebenfalls möglich.) und fakultativ Windows, OS, Linux, iOS oder Android mit Internetzugang und Browser. Bildschirmgröße: mind. 1000 Pixel breit und 690 Pixel hoch. Handzettel können im pdf-Format heruntergeladen und ausgedruckt werden.